29th Jul2012

Good bye Japan…

by Marcel

Die Zeit ist rum und so beschlossen wir uns am letzten Abend nochmal mit Risa zum „letzten Abendmahl“ zu treffen. Auch der Besuch des Ohori Stadtparks wurde nocheinmal nachgeholt (Der erste Besuch fiel ja buchstäblich ins Wasser) wo obiges Erinnerungsfoto entstand.

Bye bye Japan. Ein großer Dank geht an Risa, Rina, Hideyuki, Asuka, My und alle anderen netten Japaner, die unseren Urlaub so unvergesslich gemacht haben. Für mich steht jetzt schon fest: Ich komme wieder :-)

27th Jul2012

Letzter Tag am Strand

by Marcel

Bevor es am Samstag nach hause geht, haben wir noch ein letztes Mal Sonne am Momochi Strand getankt. Diesmal ist unsere aufgeblasene Wassermelone nicht davongschwommen und landet als Souvenir in meinem Reisekoffer.

Die Wassertemperatur beträgt 27° Grad, Lufttemperatur 32° Grad. Da will man eigentlich gar nicht mehr aus dem Wasser :-)

25th Jul2012

Als die Zeit still stand

by Marcel

Das Atomic Bomb Museum war für uns natürlich Pflichtprogramm, wo wir doch schonmal auf Kyushu waren. Oben auf dem Bild seht ihr ein 1:1 Nachbau von „Fat Man“ , einer 21 KT (Sprengkraft wie 75 Millionen TNT) Atombombe den die Amerikaner am 9 August 1945 über Nagasaki abgeworfen haben. Rund 75.000 der 230.000 Einwohner sind bei der Explosion verdampft oder verbrannt und so findet sich im Museum eine große Anzahl von Gegenständen die durch die enorme Hitze fast bis zur Unkenntlichkeit geschmolzen sind.

Die Uhr auf dem Bild oben wurde 800 Meter vom Epizentrum (richtigerweise Hyperzentrum weil die Bombe über der Stadt explodiert ist) gefunden. Sie bliebt exakt in dem Moment stehen als die Druckwelle das Haus traf.

Von der christlichen Kirche der Stadt sind nur ein paar Säulen und eine Statue übrig geblieben.

Unweit des Museums fand sich der Ground Zero. Der Punkt über dem die Bombe explodierte. Es verwunderte uns nicht, das auch an diesem heißen Sommertag ein frischer Strauß Blumen vor dem Denkmal abgelegt wurde. Die Katastrophe ist noch immer allgegenwärtig und Präsident Truman die meißtgehasste Persönlichkeit Japans.

Insgesamt war das Museum und der Ort eine zwar etwas beklemmende, aber auch sehr interessante Erfahrung.

Auf der Rückfahrt noch ein paar Impressionen aus dem Zug „Kamome“, so etwas wie der kleinere Bruder vom Shinkansen.

Ja das ist WIRKLICH die 2. Klasse in einem öffentlichen Personennahverkehrs-Zug mit eigenem Tisch, Beinfreiheit, Ledersitzen, verstellbarer Rückenlehne und Fahrgastbegleitung :-)

Wenn ich mal nicht aufgrund der furchtbar bequemen Sitzen nicht sofort eingeschlafen bin, habe ich noch ein paar Fotos von der Landschaft geschossen. Wie man sieht: Reis ist überall!

Auf der Rückreise legten wir einen Stopp in Saga, der Präfekturhauptstadt ein um mit Risa nun doch endlich unseren zweiten Karaokeabend in Japan zu begehen.

Zu unserer großen Überraschung hat uns diesmal Risa ein Geschenk mitgebracht. Es sind Kalligraphien die Ihre Mutter für uns gemalt hat. Eines hieß „Glück“, eines „Schönheit“ und eines „Traum“. Für einen Tagträumer wie mich fiel die Wahl leicht :-)

Zum Bier gabs beim Karaoke Sojabohnen. Warum weiß ich nicht, Japaner finden es jedenfalls toll.
Nachdem wir 99 Luftballons und Moskau zum Besten gegeben hatten und Risa das Titellied von „Neon Genesis Evangelion“ mit voller Lautstärke in das Mikro hämmerte (Japaner können irgendwie alle verdammt gut singen), gabs noch einen heißen Sake hinterher.

Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Abend :-)

23rd Jul2012

Gastfreundschaft in Japan

by Marcel

Nachdem wir mit dem Shinkansen nach Hakata (Fukuoka Hbf) von Kumamoto zurückgefahren sind hat Risa uns eingeladen, sie bei ihren Eltern in Yoshinogari (Präfektur Saga) zu besuchen.

Der Abend begann mit einem Besuch in einem Tempura-Restaurant (interessant dass die Preise in der Provinz viel billiger sind als in Fukuoka). Risas Vater holte uns vom Bahnhof ab und fuhr uns direkt dorthin. Nach dem Essen ging es dann zum Familienanwesen ihrer Eltern. Wir staunten nicht schlecht als wir vor einem kleinen Kunstmuseum hielten, das direkt neben dem Wohnhaus stand. Wie sich herausstellte war Risas Mutter Kunstsammlerin und hat eine menge Bilder aus Europa in ihrer Sammlung, die sie uns stolz präsentierte.
Nach etwas Fachsimpelei über Modern Art ging es in den kleinen Trainingsaal. Hier hieß es natürlich erstmal „Schuhe aus“. Risas Vater ist Hüter eines alten traditionellen japanischen Tanzes, den er nur für uns auf der Bühne aufführte. Risa sagt das er auch Schüler habe, die diesen Tanz bei ihm lernen würde. Unser „Tanzmattenspezialist“ Raffi hat es sich natürlich nicht nehmen lassen und sich in den Tanz einweisen lassen.
Bevor unser letzter Zug nach Hause ging, sind wir noch in das Haus der Familie. Es ist interessant zu sehen wie Japaner eingerichtet sind: Schiebetüren! Wenig Möbel, aber einen riesigen Fernseher 😀
Nachdem wir unseren letzten Zug nach hause bekommen haben (13min für 25 km)!!! geht es nun morgen nach Nagasaki und abends mit Risa zum Karaoke 😀

Alles in allem haben wir einen fantastischen Einblick in die japanische Kultur und deren Alltagswelt bekommen, wie wohl kaum ein normaler Tourist ihn jemals selbst zu sehen bekommt. Und wir wurden Zeuge was Gastfreundschaft ist. Etwas, das man in Deutschland so nicht mehr findet.

Noch ein kurzer Exkurs zum Shinkansen:

Mit einem Wort: GENIAL! Die Züge fahren exakt nach Fahrplan, die Sitze sind ultrabequem und die Beinfreiheit ist so groß, dass man sich komplett ausstrecken kann.

Dazu ist der Zug vollkommen leise und man kann keine Bodenwelle spüren. Chic ist der windschnittige N700 „Sakura“ vor allem von Außen.

Bei Tempo 300 ist dann aber leider schluss. Trotzdem kommt man sich irgendwie vor wie im Flieger. Vor allem dann wenn die Stewardess mit dem „Schubsewagen“ kommt :-)

23rd Jul2012

Kumamoto

by Marcel

Nach nichtmal 30 Minuten Fahrt (Shinkanzen sei dank) waren wir in Kumamoto. Hier befindet sich eines der größten Schlösser Kyushus und nichteinmal die brechende Hitze konnte uns davon abhalten uns das Ganze aus der Nähe anzuschauen.

Um festzustellen ob man in Kumamoto ist, reicht eigentlich ein kurzer Blick auf ein Nummernschild, eine Bushalteschild oder einer der Supermarktreklamen. „Kumamon“, das Maskottchen der Präfektur Kumamoto ist fast überall. Übrigens ist es laut Umfrage das beliebteste Präfekturmaskottchen des Landes.

Natürlich musste ich mir Kumamon in Miniaturform kaufen 😀

Im Schloss sorgten als Samuraikämpfer verkleidete Männer dafür, dass die Besucher sich gut benehmen oder sie posten einfach für die Kamera. Wir hatten Glück und konnten ganz oben auf dem Turm eine Samuraikämpferin (gab es sowas?) überreden ein Foto mit uns zu machen.


Nebenbei haben wir noch einen japanischen Studenten getroffen, der zufällig Deutsch an der Uni lernte, dann noch einen älteren Rentner der von Stuttgart schwärmte. Für uns mag dieses Verhalten seltsam sein. Dabei ist es eigentlich traurig, das wir es in unseren Breitengraden als Seltsam empfinden wenn jemand wildfremdes einfach nur Hallo sagen möchte oder sich für die Kultur des jew. anderne interessiert. In Sachen Gastfreundschaft herscht in Deutschland DRINGEND Nachholfbedarf. Wie weit die Gastfreundschaft wirklich geht, dazu mehr in meinem nächsten Blogeintrag :-)

22nd Jul2012

Kontrastprogramm

by Marcel

Nachdem wir ein großes Gebiet im Osten Fukuokas ausgemacht hatten, indem sich an einem Ort unzählige Tempel und Schreine tummelten, haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen dort eine kleine Photosession einzulegen.

Auf dem Rückweg von den Tempeln haben uns zwei Japanerinnen angesprochen (sogar auf passablem Englisch). Sie arbeiten beide in einer Apotheke in Fukuoka, verdienen sich aber nebenbei noch etwas dazu indem Sie Ausländer in Japanisch unterrichten. Natürlich wurden wieder die obligatorischen Visitenkarten überreicht. Die beiden netten Damen haben uns angeboten uns zurück zum Hotel zu fahren (welches wir aufgrund der extremen Hitze natürlich gerne angenommen haben). Selbstverständlich hat Raffi noch beiden eine Rolle Pumpernickel überreicht (als kleines Dankeschön). Außerdem haben sie uns angeboten sie in Kumamoto, in der Nähe von Mt. Aso zu besuchen.
Leider ist unsere Zeit knapp. Aber ich war sicher nicht das letzte mal in Japan 😉

Am Abend sind wir dann auf Empfehlung von einigen Japanern die wir getroffen haben, in ein kleines Yakitori-Restaurant in der Oyafukou-dori gegangen. Da es noch früh am Abend war, waren wir die einzigen Gäste. Wieviele verschiedene Spieße sie im Angebot hatten weiß ich nicht mehr. Wir haben einfach jeder eine Platte mit einer Auswahl von 10 Spießen genommen und der Grillmeister war mehr als glücklich uns als Kunden zu haben :-)


Das Essen war einfach saulecker!

Noch später am Abend hatte die alte japanische Kultur etwas Pause und wir widmeten uns der aktuellen japanischen Popkultur. TAITO-STATION! Und ich konnte endlich mal Wangan Midnight Maximum Tune 4 spielen! :-)

Doch das eigentliche Highlight waren die „Greifer-Automaten“. Da unsere Zollfreigrenze nun bereits ausgeschöpft ist,  haben wir den Automaten den Kampf angesagt. Nachdem Phillipp mehrere Fächer aus dem Automaten gefischt hatte, hatten wir alle Blut geleckt. Leider sind die Automaten recht störanfällig gewesen und so mussten wir mindestens ein halbes dutzend Mal eine der Mitarbeiterinnen darum bitten, die verklemmten Greifarme wieder zurückzusetzen. Am Ende war es dann doch geschafft: 2 ferngesteuerte Hubschrauber und ein Humvee (ich mal wieder) plumpsten in den Auswurf. Natürlich brauchen wir das Zeug nicht, aber allein das Gefühl es diesen Automaten gezeigt zu haben war es wert :-)

21st Jul2012

BBQ Garden

by Marcel

Für mich war es schon auf der letzten Reise ein absolutes Highlight: BBQ im BBQ Garden an der Küste von Itoshima. Eigentlich ist es dorthin ein ziemlich weiter Weg, doch Asuka hat uns mit ihrem kleinen roten Mazda doch tatsächlich direkt dorthin gefahren. Unterwegs haben wir noch ihre Freundin mitgenommen. (Zu Raffis Überraschung hatte sie ebenfalls philippinische Wurzeln) und so ging es im Zickzack in der Dämmerung die Küste entlang.

BBQ Garden ist und bleibt wirklich DER Geheimtipp wenn man in Japan ein wirklich leckeres BBQ machen will. Die grandiose Aussicht aufs Meer gibts gratis dazu. Aber natürlich haben wir uns erstmal alle stundenlang gegenseitig fotografiert :-)

Für 3000 Yen (ca 30 Euro) bekamen wir eine Platte mit Fleisch, eine mit Meeresfrüchten und eine mit Salat. Die „Shell“-Muscheln waren natürlich am leckersten, aber auch die gedrehten Muscheln waren sehr lecker nur etwas schwer zu essen. Bei den seltsamen stacheligen Dingern handelte es sich übrigens um „Sazae“, eine japanische Meeresschneckenart. Bevor man sie essen kann muss man das kleine Türchen vom Schneckenhaus aufhebeln, was bei einer heißen Schnecke gar nicht so leicht ist.

Auch bei den Riesengarnelen brauchten wir von den beiden Mädels fachgerechte Anleitung wie diese korrekt zu zerlegen sind :-)

Raffi und Philipp als Grillköche bei der Arbeit :-)

Am Strand war bis 22 Uhr noch reges Treiben. Leider war es zu bedeckt um noch ins Wasser zu gehen (es war einfach zu finster). Insgesamt ein toller Aben den wir in der Cream’s Bar haben ausklingen lassen.

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20th Jul2012

Karatsu Castle

by Marcel

Nachdem sich die Regenzeit langsam verabschiedet hat, sind wir nach Karatsu in die benachbarte Präfektur Saga aufgebrochen. Die Zugfahrt führte uns die überwiegende Zeit an der Küste Itoshimas entlang und trotz der holprigen Fahrt (die Strecke ist wohl schon ziemlich alt) konnte ich das ein oder andere schöne Foto schießen.

Nachdem wir 1 Stunde vor Toresschluss am Fuße des Berges angekommen waren auf dessen Gipfel sich das Schloss befand, ahnte uns nichts Gutes.  2 KM Fußmarsch den Berg hinauf? Bei 33 Grad im Schatten? Doch wie Japan nunmal ist (nämlich ungemein praktisch) gab es am Fuße des Berges einen Aufzug der im 45 Grad Winkel den Berg hinauffuhr. So konnten wir doch noch den Ausblick vom Dach des Schlosses über das Dörfchen Karatsu (120.000 Einw) bewundern.

19th Jul2012

Cream’s der 4te Versuch

by Marcel

Gestern haben wir uns mit meiner Brieffreundin Risa getroffen. Auf dem Weg zum Hotel kam uns dann auch noch Anton auf dem Roller entgegen (manchmal denke ich Fukuoka ist ein Dorf). Sein Gesicht war dank seines Zahnarztbesuches noch immer halb betäubt, doch er empfahl uns trotzdem heute Abend mit ins Cream’s zu kommen.
Doch zunächst ging es mit Risa Abendessen in Canal City (Habe zum ersten Mal Rinderzunge in Theriyakisoße gegessen. Seeehr lecker!) Danach sind wir mit dem Taxi zum Cream’s gefahren. Wieder erwarten war das Cream’s geschlossen. Also ging es erneut in die Broadway-Bar ein Stockwerk tiefer. Risas Englisch ist richtig gut (sie hat in den USA studiert) und so konnten wir eine Menge über Dt. Bier, japanische Samuraikämpfer und Oktoberfest plaudern. Interessant ist, das Risa sehr gern kocht. Wir haben beschlossen ein paar Rezepte auszutauschen. :-)

Gegen 10 habe ich es dann nochmal in der Cream-Bar probiert. Nach ein paarmal Klopfen ging dann endlich die Tür auf. Das Creams war ofiziell geschlossen (Pokerrunde), doch My war zurück aus dem Urlaub und schaffte eilig ein paar Tische und Stühle für uns herbei.
Während Risa den ersten Jägermeister ihres Lebens trinken konnte (hat My wohl aus Holland mitgebracht) und danach rot anlief wie ein Feuermelder, was ihr offenbar auch ziemlich peinlich war :-), haben wir auf My’s Anraten den stärksten Cocktail probiert.  Er enthielt laut My’s Aussage sämtliche in der Bar  vorrätigen Spirituosen + Nektar. (Die Info kam allerdings erst nachdem der Cocktail leer war) Was genau dort alles drin war weiß ich nicht. Nur das ich schon ziemliche Kopfschmerzen habe während ich diesen Artikel hier verfasse XD.

Eine Bitte: Da Risa momentan nach einem neuen Job sucht, hat sie mich gebeten das obige Foto nicht bei Facebook zu posten/zu liken. „Barfotos“ im Facebookprofil machen in Japan einen sehr shclechten Eindruck sagt sie,
wenn man sich irgendwo bewirbt.

17th Jul2012

Genkai-Jima

by Marcel

Nachdem es Phillip heute Morgen außer Gefecht gesetzt hat (vermutlich nichts Wildes, da sind wir letztes mal auch alle durch), sind Raffi und ich zum Hafen gefahren um mit der Fähre nach Iki zu fahren. Da sich das aber zeitlich mit der Rückfahrt nicht gelohnt hätte, haben wir uns für eine andere Insel entschieden: Genkai-Jima. Die Insel liegt westlich von Nokonoshima, ist aber wesentlich kleiner und schaut wie ein großer Hefeklos aus dem Wasser. Obwohl ohne Strand, haben wir uns für die Überfahrt entschieden. Angenehmerweise herrschte kein großer Seegang und die 30 Minuten vergingen während mein Mittagessen (Yakitorspieße) dort blieben, wo sie zuvor hingewandert waren :-)
Verabschiedet wurde unsere Fähre von einigen skeptisch dreinblickenden Soldaten der japanischen Marine.

Vom heftigen Regen und dem Weltuntergang wie ihn die Bildzeitung beschrieben hatte war heute übrigens keine spur. Bei knackigen 35.8 Grad (gefühlte Temperatur lag bei 43.2 Grad) und nur leichter Bewölkung erreichten wir das winzig kleine Eiland. Genkai-Jima besteht im Prinzip nur aus einer steilen Anhöhe mit ein paar Häusern, dem Fischereihafen, einem Supermarkt und einer Grundschule die gaaanz oben auf dem Berg ist. (Die armen Schulkinder)

Natürlich darf auch ein kleiner Inselschrein nicht fehlen. Vermutlich ist dort der kühlste Ort der ganzen Insel. :-)

Wieviele Touristen die Insel bislang betreten haben weiß ich nicht. Ich gebe mal nen Tipp ab: 2?

„Der alte Mann und das Meer“ 😀

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